Trennungsgespräch führen: Würdevoll kündigen

Ein Leitfaden für Führungskräfte

von Katja Michalek

Wenn du diesen Artikel liest, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass in den nächsten Tagen oder Wochen ein Gespräch auf dich zukommt, das du lieber nicht führen würdest. Vielleicht mehrere. Vielleicht suchst du gerade nach einer Formulierung, die das Ganze erträglich macht, oder nach einer Reihenfolge, an der du dich festhalten kannst.

Den einen Satz, der alles löst, gibt es aber nicht. Und ein Skript, das bei jedem Menschen funktioniert, gibt es auch nicht – weil du am Ende keine abstrakten Fälle vor dir hast, sondern jeweils einen bestimmten Menschen mit seiner Geschichte, seinem Team und seiner Reaktion auf das, was du ihm gerade sagst.

Was du hier bekommst, sind Prinzipien, konkrete Tipps aus der Praxis und Reflexionsfragen, mit denen du dir dein eigenes Gespräch aufbaust. Dein Gespräch muss deins sein, sonst hört der Mensch dir gegenüber sofort, dass du etwas abliest. Und genau daran scheitern Trennungsgespräche: wenn eine Führungskraft ein Skript spricht, statt eine Botschaft zu vertreten.

Inhaltsverzeichnis
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    Drei Gespräche, die du nicht verwechseln darfst

    Wenn von „dem Trennungsgespräch“ die Rede ist, meint das in der Praxis meist drei ganz unterschiedliche Situationen. Viele Führungskräfte merken erst in der Vorbereitung – manchmal auch erst mittendrin – dass sie gerade nicht das Gespräch führen, für das sie sich innerlich aufgestellt haben.

    Das Retention-Gespräch

    Du führst es mit Leistungsträgern, die du halten willst. Es ist kein Trennungsgespräch im engeren Sinn, aber in einer Restrukturierung gehört es zwingend dazu. Denn sobald Gerüchte im Haus sind, fangen genau die Menschen an zu gehen, die am Markt die besten Optionen haben – und das sind meistens die, die du am wenigsten verlieren willst. Die Haltung hier: wertschätzend, verbindend, ehrlich. Kein Druck, keine Versprechen, die du nicht halten kannst, keine rein rationalen Argumente für jemanden, der emotional schon halb draußen ist.

    Das Freiwilligengespräch

    Du bietest einem Mitarbeitenden die Teilnahme an einem Freiwilligenprogramm an. Rechtlich basiert das auf doppelter Freiwilligkeit – beide Seiten müssen zustimmen. Praktisch heißt das: Du erklärst den Rahmen, du zeigst Möglichkeiten auf, und du lässt die Entscheidung bei deinem Gegenüber. Die Haltung: klar, transparent, lösungsorientiert. Die größte Falle: jemanden zur Zustimmung drängen, weil du weißt, dass sonst die Zwangskündigung kommt. Das funktioniert manchmal kurzfristig – und rächt sich später, oft bei den Verbleibenden, die genau beobachten, wie das Gespräch gelaufen ist.

    Das Kündigungsgespräch

    Die Entscheidung ist gefallen, das Gespräch ist keine Verhandlung mehr. Deine Aufgabe: die Botschaft klar aussprechen, Raum für die Reaktion lassen, die nächsten Schritte benennen. Die Haltung: ruhig, klar, empathisch. Nicht diskutieren, nicht rechtfertigen, nicht ausweichend formulieren, weil du selbst unsicher bist.

    Warum die Unterscheidung wichtig ist

    Wer alle drei Gespräche mit derselben Haltung führt, führt keins davon gut. Ein Retention-Gespräch im Ton eines Kündigungsgesprächs wirkt distanziert und verletzend. Ein Kündigungsgespräch mit der Offenheit eines Freiwilligengesprächs öffnet eine Diskussion, die es rechtlich und menschlich nicht mehr geben sollte. Und ein Freiwilligengespräch im Retention-Modus schickt jemanden mit dem Gefühl raus, gebraucht zu werden – obwohl du ihm gerade nahelegst zu gehen.

    Zur Reflexion, bevor du in eins dieser Gespräche gehst:

    Welches der drei Gespräche führe ich heute wirklich – und woran würde ich merken, dass ich das mit einem anderen verwechsle?

    Mit welcher Haltung will ich in dieses Gespräch gehen – und welcher Satz bringt sie für mich auf den Punkt?

    In welchem der drei Gespräche fühle ich mich am unsichersten – und was genau macht diese Unsicherheit mit mir?

    Bevor du in den Raum gehst

    Ein Trennungsgespräch scheitert selten am Satz, den du sagst. Es scheitert daran, dass du innerlich und äußerlich nicht vorbereitet bist – und der Mensch dir gegenüber das sofort merkt.

    Das Setting

    Der Raum ist nicht egal. Kein Glaskasten, in den von außen gestarrt wird. Kein Großraumbüro, wo die Kollegen eine Tür weiter sitzen. Kein Freitag, 16 Uhr, damit die Person anschließend das Wochenende allein mit der Nachricht verbringt. Kein Geburtstag, kein Jahrestag, kein Tag nach einer Auszeichnung. Tagsüber, in einem geschlossenen Raum, an einem Wochentag, an dem dein Gegenüber danach noch mit jemandem sprechen kann. Und: Plane dir selbst Zeit ein – zwischen zwei Gesprächen und nach dem Tag. Ein Gespräch dieser Art kostet Kraft, und du wirst danach keine andere Führungsaufgabe mehr souverän erledigen.

    Die inhaltliche Vorbereitung

    Bevor du reingehst, solltest du dir über fünf Dinge klar sein: Was genau ist meine Botschaft – in einem Satz? Wie begründe ich die Entscheidung – kurz, ohne mich zu rechtfertigen? Welche Rahmenbedingungen muss ich kennen (Abfindung, Outplacement, Freistellung, Fristen)? Welche Reaktion ist bei diesem konkreten Menschen wahrscheinlich? Und: Welche Fragen werden kommen, die ich ehrlich nicht beantworten kann – und wie gehe ich damit um, ohne falsche Hoffnungen zu wecken?

    Zur Reflexion, bevor du den Termin machst:

    Wann ist ein schlechter Moment für dieses Gespräch – und wie stelle ich sicher, dass ich nicht aus Termindruck genau in so einen Moment hineinbuche?

    Kann ich meine Botschaft in einem einzigen Satz sagen? Wenn nein: Was fehlt mir noch an Klarheit?

    Welche Frage fürchte ich am meisten? Und welche ehrliche Antwort habe ich darauf?

    Das Gespräch selbst – vier Schritte

    Ab hier wird es konkret. Die folgende Struktur ist kein Drehbuch, sondern ein Gerüst. Sie hilft dir, den Überblick zu behalten, wenn im Raum gerade sehr viel gleichzeitig passiert.

    Schritt 1 – Die Eröffnung

    Die ersten Minuten entscheiden, in welcher Tonart das Kündigungsgespräch weiterläuft. Kein Smalltalk, kein „Wie geht’s der Familie“, kein „Schönes Wetter heute“. Das heißt nicht, dass du ohne jeden Rahmen direkt zur Botschaft springst – dazu gleich mehr in Schritt 2. Es heißt: keine ablenkenden Themen, kein Aufwärmen. Dein Gegenüber hat die Einladung bekommen, hat vielleicht schon geahnt oder gewusst, worum es geht, und sitzt dir mit Anspannung gegenüber. Jede Minute, in der du ausweichst, verlängert diese Anspannung und macht sie unerträglicher.

    Begrüße kurz, benenne den Anlass sachlich, und komm zur Sache. Ein möglicher Einstieg: „Danke, dass du gekommen bist. Ich muss dir heute eine schwierige Nachricht überbringen, und ich möchte das direkt tun.“ Du gibst damit Orientierung, du signalisierst Respekt, und du vermeidest das schlimmste Szenario: dass dein Gegenüber zehn Minuten lang über das Quartalsergebnis plaudern muss, während es längst spürt, dass etwas Schlimmeres kommt.

    Typische Fehler in diesem Schritt:

    Zu langer Einstieg, weil du selbst Zeit brauchst, um dich zu sammeln. Das ist menschlich nachvollziehbar, aber es ist nicht deine Zeit – es ist seine.

    Versuch, die Nachricht durch ein aufmunterndes Vorwort weicher zu machen („Wir haben so viel zusammen erreicht…“). Das wirkt manipulativ, sobald der Rest kommt.

    Unklare Formulierungen wie „Wir müssen über deine Zukunft sprechen“ – das öffnet eine Tür, die gleich wieder zugeschlagen wird. Besser: klar sagen, dass es eine schwierige Nachricht gibt.

    Zur Reflexion:

    Wie lauten meine ersten drei Sätze – konkret, wörtlich?

    Was ist die Versuchung, die ich gerade in der Eröffnung habe (weicher einsteigen, Smalltalk machen, ausweichend formulieren)? Und was hilft mir, dieser Versuchung nicht nachzugeben?

    Schritt 2 – Die klare Botschaft

    Jetzt kommt der Kern des Kündigungsgesprächs. Bevor du die Botschaft aussprichst, hilft ein kurzer Satz zur Lage – nicht als Rechtfertigung, sondern als Rahmen, damit dein Gegenüber einen Moment hat, bevor das eigentliche Wort fällt. Zum Beispiel: „Wie du weißt, steht das Unternehmen seit Monaten unter starkem wirtschaftlichen Druck, und die Geschäftsführung hat entschieden, den Bereich umzustrukturieren.“ Oder: „Die Marktlage hat sich in den letzten Monaten so entwickelt, dass wir Bereiche neu aufstellen müssen.“ Dann die Botschaft selbst. Ein Satz, zwei höchstens. „Vor diesem Hintergrund haben wir die Entscheidung getroffen, uns von dir zu trennen. Dein letzter Arbeitstag ist der soundsovielte.“

    Nach diesem Satz: Pause. Nicht reden, nicht erklären, nicht weicher machen. Gib deinem Gegenüber die Sekunden, die er braucht, um das ankommen zu lassen. Das ist der schwerste Moment im ganzen Gespräch – schwer, weil die Stille sich anfühlt, als müsstest du sie füllen. Du musst aber nicht. Wer hier anfängt zu reden, tut das aus eigener Unsicherheit, nicht aus einem Bedürfnis des Gegenübers.

    Wenn Reaktion kommt – Stille, Tränen, Wut, Fragen – reagiere darauf. Die Entscheidung steht, aber das Gespräch ist ab jetzt eines über einen Menschen in einer schweren Situation. Wenn dein Gegenüber Fragen zum Hintergrund hat, kannst du noch ein bis zwei Sätze ergänzen. Mehr nicht. Jede weitere Erklärung wird zur Rechtfertigung, und Rechtfertigung öffnet eine Diskussion, die es nicht geben darf – weil die Entscheidung nicht verhandelbar ist.

    Typische Fehler in diesem Schritt:

    Die Botschaft in einen Nebensatz verpacken („…und vor diesem Hintergrund haben wir uns entschieden, dass…“), sodass dein Gegenüber drei Sätze zurückhört, bevor klar wird, was eigentlich gesagt wurde.

    Nach der Botschaft sofort weiterreden, um die Stille auszuhalten. Das ist der häufigste Fehler überhaupt.

    Über Leistung diskutieren („Du weißt ja selbst, dass die Zahlen nicht gestimmt haben…“). Die Entscheidung wurde nicht hier im Raum getroffen, und sie wird auch nicht hier diskutiert.

    Schuld zuweisen oder bagatellisieren („Du wirst schnell wieder etwas finden“).

    Zur Reflexion:

    Wie lautet mein einer Satz – wörtlich? Und kommt die Kernbotschaft wirklich in den ersten acht bis zehn Wörtern?

    Wie lange halte ich die Pause nach der Botschaft aus, bevor ich anfange, sie zu füllen? Und was mache ich mit meiner eigenen Unsicherheit in dieser Zeit?

    Schritt 3 – Die nächsten Schritte

    Sobald die Botschaft angekommen ist und dein Gegenüber wieder aufnahmefähig wirkt – das kann eine Minute dauern oder mehrere – gehst du zum praktischen Teil. Was passiert jetzt? Wer ist ab wann Ansprechpartner? Welche Unterlagen folgen wann? Wann ist das nächste Gespräch? Welche Unterstützung gibt es (Outplacement, Beratung, Freistellung)?

    Der Mensch dir gegenüber wird in diesem Moment nicht in der Lage sein, sich Details zu merken. Das ist normal. Trotzdem ist es wichtig, dass die Eckdaten gesagt werden – und in einem Folgegespräch innerhalb der nächsten ein bis zwei Tage wiederholt werden, gemeinsam mit HR. Du kannst am Ende dieses Schritts einen Satz wie diesen anbieten: „Ich weiß, dass das jetzt viel ist. Wir haben am [Tag] ein Folgegespräch, in dem wir alles noch einmal in Ruhe durchgehen. Alles, was du jetzt fragst, kannst du dann auch noch mal fragen.“

    Typische Fehler in diesem Schritt:

    Zu viele Informationen auf einmal, weil du die Unterlagen-Checkliste runterarbeiten willst. Die Person nimmt maximal drei Dinge auf.

    Versprechen machen, die du nicht halten kannst („Wir finden sicher eine gute Lösung für dich“). Sei konkret bei dem, was gilt – und ehrlich bei dem, was du nicht weißt.

    Den Folgetermin vage lassen („Wir melden uns die Tage dann“). Der Folgetermin sollte beim Verlassen des Raums in beider Kalender stehen.

    Zur Reflexion:

    Was sind die drei wichtigsten Informationen, die heute gesagt werden müssen – und was darf ins Folgegespräch?

    Wo bin ich versucht, mehr zu versprechen, als ich wirklich zusagen kann? Und woran würde ich das im Moment selbst merken?

    Schritt 4 – Der Abschluss

    Am Ende des Gesprächs stehst du vor einer Aufgabe, die unterschätzt wird: Du musst einen Raum verlassen, in dem gerade etwas Schweres passiert ist, ohne den anderen Menschen mit einem oberflächlichen Satz abzuspeisen – und ohne in eine Nähe zu rutschen, die jetzt nicht mehr passt.

    Was hilft, ist Klarheit. Die Unterlagen werden übergeben oder angekündigt. Der Folgetermin steht. Du bietest an, für Fragen erreichbar zu sein, und meinst es ernst. Und du verabschiedest dich – ehrlich, nicht schnell, nicht überdreht freundlich. Ein Satz wie „Ich weiß, dass das eine schwere Nachricht für dich war. Ich wünsche dir jetzt erst mal Ruhe, und wir sprechen am [Tag] weiter“ ist angemessen und tragfähig.

    Was in diesem Moment oft passiert und nicht passieren sollte: Dein Gegenüber bedankt sich bei dir. Das ist kein Zeichen, dass das Gespräch gut gelaufen ist – es ist meistens Reflex. Nimm es an, aber knüpfe nicht daran an („Ja, ich freue mich auch, dass wir das so offen…“). Bleib in deiner Rolle.

    Und noch ein praktischer Punkt, der oft vergessen wird: Wenn dein Gegenüber nach dem Gespräch erkennbar nicht in der Verfassung ist, selbst zu fahren oder in den normalen Arbeitsalltag zurückzukehren – biete an, dass er oder sie nach Hause geht. Auf Firmenkosten, mit dem Taxi, wenn das sinnvoller ist als das eigene Auto. Das ist naheliegende Fürsorge, keine große Geste. Und es macht für den Menschen einen spürbaren Unterschied: nicht noch eine Stunde mit dem Kopf voll zwischen Kollegen sitzen zu müssen, sondern rausgehen zu dürfen.

    Das gilt auch für Personen, die äußerlich gefasst wirken. Der Schock kommt oft erst später – im Auto, auf der Heimfahrt, an der Ampel. Wer hier vorausdenkt, zeigt Haltung über das Gespräch hinaus.

    Und: Plane danach keine anderen Termine direkt anschließend. Zehn bis zwanzig Minuten, in denen du nichts tust, rausgehst, Luft holst, sortierst, was gerade war. Wenn der nächste Termin ein weiteres Gespräch dieser Art ist, umso wichtiger.

    Typische Fehler in diesem Schritt:

    Überdrehte Freundlichkeit am Ende („Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft!“), weil du selbst aus der Schwere rauswillst.

    Den Abschluss hetzen, weil der nächste Termin drängt.

    In eine Umarmung oder eine körperliche Geste gehen, die nicht zum Verhältnis passt – weil du Erleichterung spürst, dass es vorbei ist.

    Zur Reflexion:

    Wie sehen meine letzten Sätze aus – und sind sie ehrlich oder aus Unsicherheit freundlich?

    Was brauche ich nach diesem Gespräch für mich selbst, bevor ich wieder funktionsfähig bin? Und ist das in meinem Kalender eingeplant?

    Resilienz für Führungskräfte

    So bleiben Sie handlungsfähig in der Krise

    Das Danach – was oft vergessen wird

    Wenn die Tür hinter der Person zufällt, die gerade gekündigt wurde, ist das Gespräch vorbei. Deine Aufgabe nicht.

    Drei Dinge kommen jetzt, und keines davon darf ausgelassen werden.

    Das Folgegespräch innerhalb von zwei Tagen

    Am besten gemeinsam mit HR. Der Mensch, der vor zwei Tagen die Nachricht bekommen hat, ist heute ein anderer. Der Schock hat nachgelassen, Fragen sind aufgetaucht, manches braucht Wiederholung. Was in diesem Folgegespräch stattfindet, entscheidet mit darüber, ob die Person am Ende mit dem Gefühl geht, fair behandelt worden zu sein – oder nicht. Das hat später direkte Folgen, bis hin zur Klagebereitschaft.

    Das verbleibende Team

    Die Verbleibenden wissen, dass heute Gespräche geführt wurden. Sie wissen vielleicht nicht alle Details, aber sie wissen genug. Und sie beobachten dich ab diesem Moment doppelt so genau wie vorher. Wie spricht die Führungskraft über die Menschen, die gegangen sind? Ist sie ansprechbar, wenn Fragen kommen? Oder macht sie sich unsichtbar? Wer im Team jetzt merkt, dass die Führung verschwindet, wird sich selbst innerlich auch verabschieden – nicht heute, aber in den nächsten Wochen. Plane aktive Präsenz ein: Teamgespräch, Einzelgespräche mit den Leistungsträgern, erreichbar bleiben für das, was kommt. Mehr dazu steht im Pillar-Artikel über Massenentlassungen [Link] – hier reicht der Hinweis, dass der Umgang mit den Bleibenden nicht weniger wichtig ist als der mit den Gehenden.

    Du selbst

    Nach einem Tag mit Kündigungsgesprächen bist du nicht so, wie du morgens reingekommen bist. Das ist normal. Was nicht normal sein darf: dass du es wegdrückst, als wäre nichts gewesen, und am nächsten Tag weitermachst, als würdest du jeden Montag so arbeiten. Die Forschung zur Belastung von Führungskräften in Trennungsprozessen ist eindeutig – Schuldgefühle, Schlafstörungen, Erschöpfung sind häufige Folgen, und sie verschwinden nicht von selbst. Wer nach den Gesprächen nicht mit jemandem sprechen kann, der das versteht – sei es eine Kollegin in einer ähnlichen Rolle, eine externe Begleitung, ein professionelles Gegenüber – trägt das Ganze innerlich mit sich herum, und irgendwann zeigt sich das.

    Zur Reflexion am Ende des Tages:

    Mit wem kann ich heute Abend oder morgen sprechen, der versteht, was ich gerade durchgemacht habe – ohne dass ich die Situation erklären muss?

    Was würde mich jetzt wirklich stabilisieren, und was tue ich stattdessen aus Gewohnheit (arbeiten, wegdrücken, runterspielen)?

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    Ein Leitfaden reicht nicht

    Alles, was in diesem Artikel steht, sind Prinzipien, Tipps und Fragen, mit denen du dir dein eigenes Gespräch aufbaust. Das ist mehr als das, was die meisten Führungskräfte vor ihrem ersten Trennungsgespräch an die Hand bekommen. Aber ehrlich gesagt: Auch das reicht nicht.

    Was Führungskräfte in Trennungsprozessen tatsächlich brauchen, geht über einen gut gebauten Gesprächsablauf hinaus. Es betrifft die Zeit vor den Gesprächen – wenn du selbst noch verarbeiten musst, was gerade entschieden wurde. Und es betrifft die Wochen danach – wenn du dein Team wieder arbeitsfähig machen musst, während du selbst noch in der Nachwirkung der Gespräche stehst. Darüber habe ich einen eigenen Beitrag geschrieben: Was Führungskräfte vor Trennungsgesprächen wirklich brauchen – und warum ein Gesprächsleitfaden nicht reicht.

    Wenn du vor einer Restrukturierung stehst oder mittendrin bist und spürst, dass du oder deine Führungskräfte mehr benötigen als einen Tag Gesprächstraining, findest du einen Überblick über meine Begleitung in Trennungsprozessen hier: ZWISCHEN. Trennung und Menschlichkeit.

    Zwischen – das Interventionsformat

    Katja Michalek

    Ich begleite Führungskräfte durch Trennungs- und Restrukturierungs­phasen

    Trennung und Menschlichkeit. 
    Das Format umfasst die Stabilisierung vor den Gesprächen, die Begleitung während der Umsetzung und die Arbeit mit dem verbleibenden Team danach.
    Über drei bis sechs Monate, je nach Umfang der Restrukturierung, begleite ich Sie in einem bestimmten Rahmen, während einer der anspruchsvollsten Führungssituationen, die es gibt.

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    Weiterführende Artikel

    Weitere vertiefende Themen über Massenentlassungen in Unternehmen

    Quellen

    Masten, A. S. (2001). Ordinary magic: Resilience processes in development. American Psychologist, 56(3), 227–238.

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